RABENHAUS – KANZLEI

Aus der abenteuerlichen, legendenumwobenen Chronik:
Am 21. Januar 861 wurde der später heilig gesprochene Eremit Meinrat in seiner Klause in Einsiedeln ruchlos erschlagen. Die Mordbuben, Richard und Peter, flohen nach Zürich, und suchten „in dem Wirtshaus an der Schifflende auff dem Dorff, welches man noch heutigstags zum Rappen [cit. Raben] nennt“, einen Unterschlupf. Sie wurden aber verfolgt von den treuen Raben, welche dem Einsiedler in der Waldeinsamkeit Gesellschaft leisteten. Mit Geschrei schossen die schwarzen Vögel durch die Fenster der Gaststube und hackten den Unholden in die Augen, so dass die Bürger auf sie aufmerksam wurden. Auf Geheiss der Obrigkeit wurden die Flüchtigen verhaftet, verurteilt und ans Rad geflochten. Die Raben aber kehrten heim hinter den Etzel, wo über Meinrats Zelle das Kloster Einsiedeln entstand.
Quellenangabe:
- "Heisst ein Haus zum Raben“, Neue Zürcher Zeitung, 24.4. 1981
- "Der „Raben“ am Limmatquai 10“, Zürich 1989, Anne Kustermann, Pietro Maggi, Barbara Handke